Ein unerschöpfliches Thema wurde heute von Frau Ami und Frau… äh… Mutti aufgegriffen.
Für mich persönlich ist die Sache ganz klar: Alkohol schmeckt mir nicht, mit einer Ausnahme: Schöff.erhofer. Ich bin 22 und habe in meinem ganzen Leben noch nie ein komplettes Glas Wein getrunken, weil ich es schlicht und einfach nicht mag. Ich probiere gern hier mal einen Schluck Wein, da mal einen Schluck Sekt… und komme jedes Mal aufs Neue zu der Erkenntnis, dass es mir nicht schmeckt.
Meine Eltern sind sicher gottfroh, dass ich a) noch nie im Leben auch nur angetrunken war und b) noch nie irgendwelche anderen Drogen konsumiert hab, und nein, ich hab noch nicht mal an einer Zigarette gezogen.
Wie es dazu kam? Ich hab keine Ahnung. Vielleicht bin ich da großväterlicherseits vorbelastet: Mein einer Opa hat starken Raucherhusten und das fand ich als kleines Kind immer total widerlich. Dieses Gewürge und Ger.otze ins Taschentuch… da musste ich selber immer würgen. Meinen anderen Opa hab ich einmal betrunken erlebt, als ich bei ihnen übernachtet habe und er von einer Betriebsfeier heimkam. Er sprach schwammig und musste sich an der Wand abstützen.
Ich hab das damals nicht kapiert, weil ich vielleicht fünf oder sechs war, aber ich fand die Situation sehr seltsam und ich sehe es bis heute vor mir.
Allerdings hat mich das nicht „traumatisiert“, es sind nur die einzigen Gründe, die mir einfallen, wenn es darum geht, warum mich Alkohol und Zigaretten nicht reizen.
Wie sind meine Eltern mit dem Thema umgegangen? Eigentlich gar nicht… Ich bekam nie ein Verbot im Sinne von „Du darfst nicht rauchen/trinken/…“.
Ich bin aktive Musikerin in einem Musikverein, spiele schon seit meinem 13. Lebensjahr dort mit und bei jedem Auftritt bekommen wir mindestens zwei Freimarken für Bier. Na, da wäre ich ja eigentlich prädestiniert für Alkoholkonsum, müsste man meinen.
Weit gefehlt… ich tausche meine Biermarken immer gegen antialkoholische ein und damit ist die Sache für mich gegessen.
Was meine Eltern, vor allem meine Mutter, mir definitiv beigebracht haben, ist die Sache mit dem Nein-Sagen. Nein, ich möchte keinen Alkohol. Nein, auch wenn ihr anderen alle trinkt. Nein, es bringt auch nix, wenn ihr mich deshalb komisch anschaut.
Im Freundeskreis war das übrigens nie ein Problem. Man hört immer so Geschichten, dass diejenigen, die nichts trinken, „außen vor“ sind. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Natürlich kommen Kommentare wie „Warum trinkst du denn nichts?“ oder „Komm, trink doch mal ein Glas mit“. Aber ich habe nie irgendwelche abwertenden Sachen zu hören bekommen wie „Du Feigling, los, trink doch mal, sonst bist du nicht mehr mein Freund bleibst du das nächste Mal daheim“.
Ein „Danke, ich bleib bei Cola“ war von meiner Seite aus völlig ausreichend. Klar, nachgefragt wurde schon: „Trinkst du gar keinen Alkohol?“ Aber ich habe das nie negativ aufgefasst, nie anstachelnd, sondern eher verwundert, interessiert.
Manchmal sage ich einfach „Nein, ich muss heute fahren“ oder eben „Nein, ich mags einfach nicht.“
Und seit 3-4 Jahren muss ich mich schon gar nicht mehr rechtfertigen, weil alle Bescheid wissen und es akzeptieren.
Ich habe damit absolut gute Erfahrungen gemacht und kann diesen Gruppenzwang in keinster Weise nachvollziehen.
Inwiefern meine Eltern allerdings dazu beigetragen haben, dass ich keinen Alkohol mag… das weiß ich wirklich nicht. Ich würde sagen, das hat sich einfach so ergeben, aber die Ursache wäre wirklich mal interessant zu wissen.
Im Übrigen ist es nicht so, dass bei uns in der Familie kein Alkohol getrunken wird. Meine Eltern trinken zum Essen gerne mal eine Flasche Wein, abends auf der Terrasse ein Bier, auch ein Glas Ramazzotti nach dem Essen ist keine Seltenheit.
Vielleicht wurde mir dabei von Anfang an vorgelebt, dass Alkohol im maßvollen Genuss in Ordnung ist…?
(Mir fällt gerade noch ein Grund ein, warum ich keinen Alkohol trinke: Ich vertrage ihn einfach nicht. Nach zwei Schluck Wein fangen meine Beine an zu kribbeln, und zwar derartig, dass es schon fast unangenehm ist. Meine Wangen werden rot, meine Ohren heiß, und ich fühle mich da schon völlig neben der Spur – in einem höheren Ausmaß muss ich das dann wirklich nicht mehr haben…
)
Ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin in so einem Fall wohl das Extrembeispiel. Aber hey, mir gehts gut damit…