Verfasst von: LadyAmy | 5. September 2009

Alkohol

Ein unerschöpfliches Thema wurde heute von Frau Ami und Frau… äh… Mutti aufgegriffen.

Für mich persönlich ist die Sache ganz klar: Alkohol schmeckt mir nicht, mit einer Ausnahme: Schöff.erhofer. Ich bin 22 und habe in meinem ganzen Leben noch nie ein komplettes Glas Wein getrunken, weil ich es schlicht und einfach nicht mag. Ich probiere gern hier mal einen Schluck Wein, da mal einen Schluck Sekt… und komme jedes Mal aufs Neue zu der Erkenntnis, dass es mir nicht schmeckt.

Meine Eltern sind sicher gottfroh, dass ich a) noch nie im Leben auch nur angetrunken war und b) noch nie irgendwelche anderen Drogen konsumiert hab, und nein, ich hab noch nicht mal an einer Zigarette gezogen.

Wie es dazu kam? Ich hab keine Ahnung. Vielleicht bin ich da großväterlicherseits vorbelastet: Mein einer Opa hat starken Raucherhusten und das fand ich als kleines Kind immer total widerlich. Dieses Gewürge und Ger.otze ins Taschentuch… da musste ich selber immer würgen. Meinen anderen Opa hab ich einmal betrunken erlebt, als ich bei ihnen übernachtet habe und er von einer Betriebsfeier heimkam. Er sprach schwammig und musste sich an der Wand abstützen.
Ich hab das damals nicht kapiert, weil ich vielleicht fünf oder sechs war, aber ich fand die Situation sehr seltsam und ich sehe es bis heute vor mir.
Allerdings hat mich das nicht „traumatisiert“, es sind nur die einzigen Gründe, die mir einfallen, wenn es darum geht, warum mich Alkohol und Zigaretten nicht reizen.
Wie sind meine Eltern mit dem Thema umgegangen? Eigentlich gar nicht… Ich bekam nie ein Verbot im Sinne von „Du darfst nicht rauchen/trinken/…“.
Ich bin aktive Musikerin in einem Musikverein, spiele schon seit meinem 13. Lebensjahr dort mit und bei jedem Auftritt bekommen wir mindestens zwei Freimarken für Bier. Na, da wäre ich ja eigentlich prädestiniert für Alkoholkonsum, müsste man meinen.
Weit gefehlt… ich tausche meine Biermarken immer gegen antialkoholische ein und damit ist die Sache für mich gegessen.

Was meine Eltern, vor allem meine Mutter, mir definitiv beigebracht haben, ist die Sache mit dem Nein-Sagen. Nein, ich möchte keinen Alkohol. Nein, auch wenn ihr anderen alle trinkt. Nein, es bringt auch nix, wenn ihr mich deshalb komisch anschaut.

Im Freundeskreis war das übrigens nie ein Problem. Man hört immer so Geschichten, dass diejenigen, die nichts trinken, „außen vor“ sind. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Natürlich kommen Kommentare wie „Warum trinkst du denn nichts?“ oder „Komm, trink doch mal ein Glas mit“. Aber ich habe nie irgendwelche abwertenden Sachen zu hören bekommen wie „Du Feigling, los, trink doch mal, sonst bist du nicht mehr mein Freund bleibst du das nächste Mal daheim“.
Ein „Danke, ich bleib bei Cola“ war von meiner Seite aus völlig ausreichend. Klar, nachgefragt wurde schon: „Trinkst du gar keinen Alkohol?“ Aber ich habe das nie negativ aufgefasst, nie anstachelnd, sondern eher verwundert, interessiert.
Manchmal sage ich einfach „Nein, ich muss heute fahren“ oder eben „Nein, ich mags einfach nicht.“
Und seit 3-4 Jahren muss ich mich schon gar nicht mehr rechtfertigen, weil alle Bescheid wissen und es akzeptieren.
Ich habe damit absolut gute Erfahrungen gemacht und kann diesen Gruppenzwang in keinster Weise nachvollziehen.

Inwiefern meine Eltern allerdings dazu beigetragen haben, dass ich keinen Alkohol mag… das weiß ich wirklich nicht. Ich würde sagen, das hat sich einfach so ergeben, aber die Ursache wäre wirklich mal interessant zu wissen.

Im Übrigen ist es nicht so, dass bei uns in der Familie kein Alkohol getrunken wird. Meine Eltern trinken zum Essen gerne mal eine Flasche Wein, abends auf der Terrasse ein Bier, auch ein Glas Ramazzotti nach dem Essen ist keine Seltenheit.
Vielleicht wurde mir dabei von Anfang an vorgelebt, dass Alkohol im maßvollen Genuss in Ordnung ist…?

(Mir fällt gerade noch ein Grund ein, warum ich keinen Alkohol trinke: Ich vertrage ihn einfach nicht. Nach zwei Schluck Wein fangen meine Beine an zu kribbeln, und zwar derartig, dass es schon fast unangenehm ist. Meine Wangen werden rot, meine Ohren heiß, und ich fühle mich da schon völlig neben der Spur – in einem höheren Ausmaß muss ich das dann wirklich nicht mehr haben… :) )

Ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin in so einem Fall wohl das Extrembeispiel. Aber hey, mir gehts gut damit… :)

Verfasst von: LadyAmy | 20. August 2009

Als ich ungefähr 13 oder 14 war, gab es mal ein Mädel, mit der ich ziemlich viel unternommen habe. Sie war eine Freundin von mir, vielleicht nicht meine beste, aber wir haben viel miteinander gemacht. Wir waren im selben Verein und haben uns so zwangsläufig 1-2 Mal pro Woche, manchmal sogar öfters, gesehen und auch am Wochenende oft etwas unternommen.
Die Freundschaft entstand nur durch den Verein, ansonsten hätte ich sie mir vermutlich nicht als Freundin ausgesucht. Sie war unzuverlässig und hatte seltsame Eltern, hauste in einem zugemüllten Zimmer, in dem es nach Hund stank, und ich mochte gar nicht gerne zu ihr gehen. Aber im Verein war sie lustig und aufgeschlossen, wir konnten über dieselben Sachen lachen und ja, ich kam gut mit ihr klar.

Dann trat sie aus dem Verein aus, der Kontakt brach mehr oder weniger ab. Einmal im Jahr bekam ich eine Einladung zu ihrem Geburtstag, aber ich hatte mittlerweile auch nicht mehr so große Lust, sie zu sehen und habe mich meistens drum gedrückt.
Seit zwei Jahren war nun wirklich Funkstille.
Vor ca. einem halben Jahr erreichte mich dann das Gerücht, sie habe geheiratet und sei schwanger.
Das fand ich zunächst befremdlich, sie ist gerade mal 1,5 Jahre älter als ich, also jetzt 24, und stand kurz vor ihren Abschlussprüfungen an der Hochschule.
Klar, 24 ist so gesehen kein Alter für Heiraten und Kinderkriegen, machen ja viele. Aber sie war so aus meinem Umfeld die erste und abgesehen davon passte es einfach nicht zu ihr, fand ich.

Irgendwann änderte sie dann auf den einschlägigen Portalen wie Fa.ce.book und Stu.diVZ ihren Nachnamen. Das mit dem Heiraten stimmte also schon mal.
Und heute… heute sah ich ein Fotoalbum, betitelt mit dem Namen ihrer Tochter, die letzte Woche auf die Welt kam.
Ein sehr, sehr komisches Gefühl, muss ich sagen.
Nicht, dass ich sie drum beneide. Das ist es nicht. Aber irgendwie mach ich mir Sorgen um sie und um das Kind. So, wie ich sie kannte, war sie zu unselbstständig und zu unreif, um sich zuverlässig um ein Kind zu kümmern. Sie hat ihre Abschlussprüfungen nicht gemacht, keine abgeschlossene Ausbildung. Sie hat einen Typ geheiratet, den sie nicht mal ein Jahr kennt.
Für mich sieht das so verdammt nach Schnellschuss aus und ich habe das dumme Gefühl, dass das nicht gut geht.
Und ja, nennt mich oberflächlich. Ja, manche Leute merken es nach ner Woche, dass sie füreinander bestimmt sind und heiraten zwei Monate später und haben zehn Monate nach dem Kennenlernen ein Kind. Und die Beziehung hält ein Leben lang.
Ich bin da kein Fan davon. Und das ist es vermutlich, was diesen komischen Beigeschmack bei mir hinterlässt. Weil ich spüre, dass ich so nie gehandelt hätte.
Ist es das, was mir Sorgen macht?

Verfasst von: LadyAmy | 13. August 2009

Veränderung

Seit einiger Zeit kann ich bei meinen Panikattacken eine Veränderung feststellen. LadyAmy manifestiert sich anders als früher.

Früher war es mir bei einer Panikattacke schwindlig. Ich hatte das Gefühl, umzukippen, nach hinten gezogen zu werden – zu den genauen Symptomen ein anderes Mal mehr. Schlafen dagegen war kein Problem, die Panikattacken begrenzten sich größtenteils auf den Tag.

Nun entdecke ich seit einiger Zeit eine neue Variante: Die Attacken tagsüber sind weniger geworden, deutlich weniger, und auch in der Intensität deutlich schwächer.
Wenn es so geblieben wäre, hätte ich absolut damit leben können.

Allerdings hab ich nun seit dieser Sache mit meinem Freund mit dem Schlafen Probleme – ich kann schlecht einschlafen und wache nachts häufig auf, stets begleitet von einem Engegefühl in der Brust und dem Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen.
LadyAmy hat sich einen neuen Wirkungsbereich gesucht.
Ich kann relativ gut damit umgehen, wurde doch meine Lunge vor wenigen Jahren erst durchgecheckt. Im Grunde genommen bin ich ja auch kerngesund.
Nur war da letzte Woche die Sache mit einem Bekannten von mir – er wurde ins Krankenhaus eingeliefert wegen eines kollabierten Lungenflügels. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es so was überhaupt gibt. Aber sobald ich davon hörte, horchte ich in mich rein: Bekomme ich etwa schon weniger Luft als vorher? Ist nur meine Nase verstopft oder ist mein Lungenvolumen tatsächlich schon kleiner geworden?
Ja, LadyAmys bester Kumpel ist Mr. Hypochonder.

Die Sache hat jedoch auch eine gute Seite: Neulich hab ich den ganzen Tag nach Luft geschnappt wie ein Fisch auf dem Trockenen. (Das merkt man mir von außen nicht an, abgesehen davon, dass ich vielleicht öfters mal seufze, um meine „Luftzufuhr“ zu regulieren.)
Abends hatte ich dann so eine Wut auf mich selbst, weil ich mir wieder so einen Müll eingeredet hab mit dieser Atemsache, dass ich beschloss, meiner Lunge den Rest zu geben und joggen zu gehen.
Und was soll ich sagen… danach war der Druck auf der Brust weg und ich konnte wunderbar befreit atmen.

Zum Thema ich und joggen kommt auch demnächst was. Das ist eine Sache für sich. Ich will auch keinen Läuferblog aus dieser Seite machen, weil es nix Schlimmeres für untrainierte Menschen gibt als immer vorgehalten zu kriegen, dass andere regelmäßig laufen gehen und sich ach so toll dabei fühlen… ;-)
Wie auch immer: Mein „Joggen“ begrenzt sich in der Regel auf 20 min im gemütlichen Schneckentempo. Es ist durchaus ausbaufähig, ich bin von Natur aus eigentlich sportlich, nur granatenmäßig faul…
Jedenfalls tut es meinem Gedankenwirrwarr gut und ich kann ein bisschen Stress abbauen dabei.
Und wenn sich mein Atemproblemhirngespinst dabei wieder verflüchtigt, soll es mir mehr als recht sein…

Verfasst von: LadyAmy | 13. August 2009

Coming soon

Was wird in diesem Blog passieren?

Ich möchte über verschiedene Themen schreiben, die im Grunde alle mit einer Angsterkrankung zu tun haben. Letztendlich wird es ein Rückblick auf meine Zeit mit LadyAmy sein.

- Was sind Panikattacken? Wie fühlen sie sich an?

- Wieso und auf welche Art und Weise kam LadyAmy zu mir? Wie wurde dies erkannt und diagnostiziert?

- Was habe ich getan, um ihr den Mund zu stopfen, um ihr Einhalt zu gebieten und wie erfolgreich war ich damit?

- Inwiefern schränkt LadyAmy mein Leben ein? Inwiefern bereichert sie es?

Und noch vieles mehr. Aktuelles, Rückblickendes, Vorausschauendes. Je nachdem, wie LadyAmy so drauf ist…

Verfasst von: LadyAmy | 13. August 2009

Jubiläum

Vor wenigen Wochen hatte ich meinen 5. Jahrestag.

5 Jahre Panikattacken, 5 Jahre harte Arbeit an mir selbst, 5 Jahre Veränderung, 5 Jahre gewachsen.

Um zu meinem Jubiläum Bilanz zu ziehen, muss ich zwei Sachen sagen:

- Wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, dass LadyAmy mich so lange begleitet, dann hätte ich das niemals geglaubt.

- Ich bin nicht froh, dass es so gekommen ist, aber ich erkenne langsam den Sinn dahinter. Ohne LadyAmy wäre ich nicht die, die ich heute bin.

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