Als ich ungefähr 13 oder 14 war, gab es mal ein Mädel, mit der ich ziemlich viel unternommen habe. Sie war eine Freundin von mir, vielleicht nicht meine beste, aber wir haben viel miteinander gemacht. Wir waren im selben Verein und haben uns so zwangsläufig 1-2 Mal pro Woche, manchmal sogar öfters, gesehen und auch am Wochenende oft etwas unternommen.
Die Freundschaft entstand nur durch den Verein, ansonsten hätte ich sie mir vermutlich nicht als Freundin ausgesucht. Sie war unzuverlässig und hatte seltsame Eltern, hauste in einem zugemüllten Zimmer, in dem es nach Hund stank, und ich mochte gar nicht gerne zu ihr gehen. Aber im Verein war sie lustig und aufgeschlossen, wir konnten über dieselben Sachen lachen und ja, ich kam gut mit ihr klar.
Dann trat sie aus dem Verein aus, der Kontakt brach mehr oder weniger ab. Einmal im Jahr bekam ich eine Einladung zu ihrem Geburtstag, aber ich hatte mittlerweile auch nicht mehr so große Lust, sie zu sehen und habe mich meistens drum gedrückt.
Seit zwei Jahren war nun wirklich Funkstille.
Vor ca. einem halben Jahr erreichte mich dann das Gerücht, sie habe geheiratet und sei schwanger.
Das fand ich zunächst befremdlich, sie ist gerade mal 1,5 Jahre älter als ich, also jetzt 24, und stand kurz vor ihren Abschlussprüfungen an der Hochschule.
Klar, 24 ist so gesehen kein Alter für Heiraten und Kinderkriegen, machen ja viele. Aber sie war so aus meinem Umfeld die erste und abgesehen davon passte es einfach nicht zu ihr, fand ich.
Irgendwann änderte sie dann auf den einschlägigen Portalen wie Fa.ce.book und Stu.diVZ ihren Nachnamen. Das mit dem Heiraten stimmte also schon mal.
Und heute… heute sah ich ein Fotoalbum, betitelt mit dem Namen ihrer Tochter, die letzte Woche auf die Welt kam.
Ein sehr, sehr komisches Gefühl, muss ich sagen.
Nicht, dass ich sie drum beneide. Das ist es nicht. Aber irgendwie mach ich mir Sorgen um sie und um das Kind. So, wie ich sie kannte, war sie zu unselbstständig und zu unreif, um sich zuverlässig um ein Kind zu kümmern. Sie hat ihre Abschlussprüfungen nicht gemacht, keine abgeschlossene Ausbildung. Sie hat einen Typ geheiratet, den sie nicht mal ein Jahr kennt.
Für mich sieht das so verdammt nach Schnellschuss aus und ich habe das dumme Gefühl, dass das nicht gut geht.
Und ja, nennt mich oberflächlich. Ja, manche Leute merken es nach ner Woche, dass sie füreinander bestimmt sind und heiraten zwei Monate später und haben zehn Monate nach dem Kennenlernen ein Kind. Und die Beziehung hält ein Leben lang.
Ich bin da kein Fan davon. Und das ist es vermutlich, was diesen komischen Beigeschmack bei mir hinterlässt. Weil ich spüre, dass ich so nie gehandelt hätte.
Ist es das, was mir Sorgen macht?